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Zwischen Stall und Supermarkt: Warum Lebensmittelsicherheit bei uns beginnt

Wer im Supermarkt zum Hackfleisch oder zur Milchpackung greift, denkt selten an einen Tierarzt. An eine Kleintierpraxis vielleicht – an die Kollegin, die morgens um sechs mit Wärmebildkamera und Impfstoffkühlbox in den Stall fährt, eher nicht. Genau diese Lücke wollen wir schließen.


Seit Juni 2026 arbeitet der WFG dafür mit LAND.SCHAFFT.WERTE. e. V. zusammen. Der Verein kommuniziert seit Jahren sachlich und faktenbasiert über die deutsche Lebensmittelerzeugung – und erreicht damit genau die Zielgruppe, die uns bisher am wenigsten kennt: die Verbraucherinnen und Verbraucher. Entstanden sind ein Grundlagenbeitrag, zwei Interviews mit WFG-Vertretern, Bewegtbildformate und eine gemeinsame Pressemitteilung.


Prävention ist der eigentliche Kern unserer Arbeit

Das hartnäckigste Vorurteil gegenüber der Nutztiermedizin ist die Vorstellung, unser Alltag bestehe aus Antibiotika. Er besteht aus Impfkonzepten, Biosicherheit, Stallklima- und Fütterungsberatung, Diagnostik und Bestandsmanagement. Und aus Dokumentation – jeder Behandlung, jeder Wartezeit, jedes Kontrollschritts.

Die Zahl dazu ist eindeutig: Die Abgabemenge an Antibiotika in der deutschen Tiermedizin ist seit 2011 um rund 70 Prozent gesunken (Quelle: BVL). Das ist keine Einzelleistung, sondern das Ergebnis konsequenter Zusammenarbeit von Tierärzten und Landwirten über anderthalb Jahrzehnte. Weniger Antibiotika im Stall heißt geringeres Risiko für resistente Keime – und schützt damit die Wirksamkeit von Antibiotika in der Humanmedizin. One Health, ganz praktisch.


Drei Beiträge, die wir empfehlen

„Wer einen Berufsstand gesellschaftlich nicht sieht, dem fehlt auch der Nachwuchs.“ WFG-Präsident PD Dr. Andreas Palzer über One Health, die Antibiotikareduktion, die WHO-Beratergruppe zu kritischen Antibiotika – und darüber, warum die Versorgungssicherheit mit Tierarzneimitteln politisch unterschätzt wird. 👉 Zum Interview mit PD Dr. Andreas Palzer


„Antibiotika sind der kleinste Teil in meinem Auto.“ Sebastian Mascher gibt Einblick in den Berufsalltag: Wärmebildkamera, Schadgasmessgerät, Inhouse-Labor, PCR-Diagnostik. Und er erklärt, warum das Bild vom überlasteten Einzelkämpfer der Realität moderner Praxisteams nicht mehr entspricht. 👉 Zum Interview mit Sebastian Mascher


Der Grundlagenbeitrag: Gesunde Tiere, sichere Lebensmittel Was Tiermedizin und Biosicherheit konkret mit Milch, Eiern und Fleisch zu tun haben – verständlich aufbereitet für Menschen ohne Agrarbezug. Ideal zum Weiterleiten. 👉 Zum Beitrag


Warum wir das als Verband tun

Sichtbarkeit ist für uns kein Marketingthema, sondern eine Existenzfrage. Der Nachwuchsmangel ist das drängendste Problem der Nutztiermedizin. Es gibt bereits heute Regionen, in denen kaum noch Nutztierärzte praktizieren – und wo diese Struktur wegbricht, fehlt zuerst der präventive Teil: Vorsorge, Impfkonzepte, Biosicherheitsberatung. Genau der Teil, der dafür sorgt, dass Tiere gar nicht erst krank werden.

Dazu kommt ein zweites strukturelles Risiko: Immer mehr Wirkstoffe und Impfstoffe werden außerhalb Europas produziert, Zulassungsverfahren dauern lang, Lieferengpässe häufen sich. Fällt ein Impfstoff ersatzlos weg, erkranken mehr Tiere – und es muss wieder mehr behandelt werden. Versorgungssicherheit mit Tierarzneimitteln gehört deshalb aus unserer Sicht in die staatliche Krisenvorsorge.

Beides sind Themen, die man politisch nur bewegt, wenn die eigene Rolle überhaupt bekannt ist. Deshalb reden wir darüber – auch außerhalb der Fachwelt.


Machen Sie mit

Teilen Sie die Beiträge in Ihrem Netzwerk, in Ihrer Praxis, mit Ihren Landwirtinnen und Landwirten. Jeder Verbraucher, der versteht, was zwischen Stall und Supermarkt passiert, ist ein Argument mehr für unseren Berufsstand.


Schreiben Sie uns: vonrueden@wfg-vet.de



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