bpt, VUK und WFG: Zukunft der Tiermedizin entscheidet sich an der freien Praxis
- WFG Team
- 28. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 29. Juli
Über die Tiermedizin wird derzeit viel geschrieben und diskutiert, selten jedoch aus Sicht derjenigen, die Praxen führen und Arbeitsplätze schaffen. Genau diese Perspektive bringen wir als Bundesverband praktizierender Tierärzte e.V. (bpt), Verbund Unabhängiger Kleintierkliniken e.V. (VUK) und Wirtschaftsverband Freier Großtierärzte GmbH (WFG) ein. Sie lenkt den Blick auf die wirtschaftliche Grundlage der freien Praxis, die als Basis für Angestellte wie für Arbeitgebende gleichermaßen wichtig ist. Nur eine wirtschaftlich gesunde Berufsausübung sichert die Versorgung von morgen. Eine Frage entscheidet daher über alles andere: Lohnt sich eine eigene, inhabergeführte Praxis in Deutschland überhaupt noch?
Was die GOT-Anpassung wirklich bewirkt hat
Die Anpassung der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) 2022 hat keinen zusätzlichen Verteilungsspielraum geschaffen. Sie hat die stark gestiegenen Kosten aufgefangen, von Energie über Personal und Material bis zur Bürokratie, und versetzt die Praxen überhaupt erst in die Lage, ihre Teams zu bezahlen, zu investieren und im Notfall erreichbar zu bleiben. Jeder Euro, der in der Praxis ankommt, sichert die Versorgung der Tiere und den Lebensunterhalt der Menschen, die sie leisten.
Gute Bedingungen brauchen eine verlässliche Grundlage
Faire Gehälter und gute Arbeitsbedingungen sind nicht nur ein Anliegen, sondern die Basis moderner Tiermedizin. Sie entscheiden darüber, ob der Beruf attraktiv bleibt und ob Praxen die wertvollen Fachkräfte finden, die sie brauchen. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten gilt dies umso mehr. Damit das gelingt, braucht es eine tragfähige wirtschaftliche Grundlage. Genau dafür setzen sich bpt, VUK und WFG gemeinsam ein: für eine verlässliche Finanzierung tierärztlicher Leistungen und für moderne, flexible Praxis- und Kooperationsmodelle. Für uns stehen dabei die Menschen in den Praxen und Kliniken an erster Stelle.
Die eigentliche Existenzfrage
Die alarmierende Situation beleuchtet die aktuelle Tierärztestatistik der Bundestierärztekammer: Die Zahl der Niedergelassenen ist 2025 erneut gesunken, auf nur noch 11.216, während die Zahl der Angestellten weiter gestiegen ist, auf nun 12125. In den meisten Kammerbereichen geht die Zahl der Praxen zurück, und der Berufsstand altert. Wenn sich die eigene Praxis nicht mehr lohnt, verlieren am Ende auch die Angestellten ihre Arbeitgebenden und die Tierhaltenden ihre Versorgung, besonders in ländlichen Räumen und in der Großtiermedizin.
Die GOT sichert die Versorgung
Die GOT ist die Grundlage einer flächendeckenden, qualitätsgesicherten und jederzeit verfügbaren Versorgung. Sie schafft nachvollziehbare Bedingungen für Tierhaltende. Hinter den Gebühren stehen reale Leistungen: hochqualifizierte Teams, moderne Ausstattung und die Bereitschaft für die Notfallversorgung. Für die Zukunft der freien, inhabergeführten Praxis und die Daseinsvorsorge der Tiermedizin ist ein regelmäßiger Anpassungsmechanismus der GOT zwingend erforderlich. Nur so sind die Kostensteigerungen auch weiterhin abzubilden. Das ist eine unserer zentralen Forderungen im Rahmen der aktuellen Evaluation der GOT.
Quelle: Bundestierärztekammer (BTK), Tierärztestatistik 2025, Pressemitteilung vom 1. Juni 2026 (Datenstand 31. Dezember 2025), bundestieraerztekammer.de.
Gemeinsame Pressemitteilung vom 28.07.2026:
Gemeinsame Stellungnahme vom 28.07.2026:
Über die drei Verbände:
Der Bundesverband praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) ist die führende unabhängige Interessenvertretung der praktizierenden Tierärztinnen und Tierärzte in Deutschland. Er vertritt die berufsspezifischen rechtlichen, wirtschaftlichen und politischen Interessen seiner rund 7.150 Mitglieder gegenüber Politik, Medien, berufsrelevanten Organisationen und Verbänden. Er setzt sich für die Verbesserung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für die tierärztliche Tätigkeit ein, unterstützt seine Mitglieder bei der Existenzsicherung und -gestaltung und bietet ihnen praxisorientierte Fortbildung. Die Landesverbände, Bezirks- und Kreisgruppen ergänzen seine Arbeit im regionalen Bereich. Präsident des Bundesverbandes ist Dr. Siegfried Moder.
Pressekontakt: Heiko Färber, bpt.faerber@tieraerzteverband.de, www.tieraerzteverband.de

Der WFG - Wirtschaftsverband Freier Großtierärzte GmbH (WFG) ist ein moderner Arbeitgeberverband und bundesweites Netzwerk freiberuflicher, inhabergeführter Nutztierpraxen mit Schwerpunkt auf Schweine- und Rindermedizin. Er vertritt die wirtschaftlichen und berufspolitischen Interessen seiner Mitglieder gegenüber Verbänden, Verwaltung und Öffentlichkeit und setzt sich für nachhaltige Versorgungsstrukturen sowie den Abbau bürokratischer Hürden in Nutztiermedizin und Landwirtschaft ein. Als Arbeitgeberverband stärkt der WFG die Attraktivität des Berufs im ländlichen Raum und eröffnet überregionale Karriereperspektiven, für die aktuelle wie für die nächste Generation von Nutztierärztinnen und Nutztierärzten in einem freien Praxisnetzwerk.
Pressekontakt: Dr. Stefan von Rüden, vonrueden@wfg-vet.de, www.wfg-vet.de

Der Verbund Unabhängiger Kleintierkliniken e.V. (VUK) vertritt die Interessen von privaten und inhabergeführten Kleintierkliniken, Tiergesundheitszentren und auf Klinikniveau arbeitenden Kleintierpraxen. Er versteht sich als Arbeitgeberverbund und entwickelt Strategien und Lösungen für die Zukunftsfähigkeit seiner Mitglieder. Im Mittelpunkt der Arbeit des VUK stehen das Wohl und die Stärkung des tierärztlichen Berufsstandes, Impulse für die innovative Tiermedizin, die Aufwertung des Arbeitgeberimages und die gezielte Förderung der angestellten TierärztInnen, der Tiermedizinischen Fachangestellten und der Studierenden in einem starken Netzwerk. Jedes Mitglied im VUK behält seine Individualität und seine Selbständigkeit.
Pressekontakt: Oliver Volin, volin@vuk-vet.de, www.vuk-vet.de

